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Hinweise:

1. Die GHD hat ihr Angebot an Online-Veranstaltungen ausgebaut und wird dieses laufend erweitern. Das Online-Angebot finden Sie direkt unter diesem Link.

2. Alle angebotenen Präsenzveranstaltungen finden selbstverständlich unter Einhaltung der derzeitig gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitsmaßnahmen statt. Da momentan nicht absehbar ist, wie sich die Corona-Situation entwickelt, ist es daher möglich, dass wir die Rahmenbedingungen der Präsenzveranstaltung an die jeweils aktuellen Corona-Verordnungen anpassen müssen. Download Hygienekonzept

3. Unter diesem Link finden Sie einen Überblick, welche Workshops und Seminare der GHD wegen der aktuellen Corona-Krise ausfallen bzw. verschoben werden müssen.

4. Wir haben eine gesonderte Seite mit Informationen und Links eingerichtet, wie Sie während der Corona-Krise Ihre Präsenz-Lehre auf online-Lehre umstellen können. Diese Informationen erhalten Sie unter diesem Link.

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Lernziele und Anforderungen

Was soll eigentlich wozu gelernt werden?

Cartoon: Erik Liebermann

1. Allgemeines

Ziel des heutigen Lehr-Lern-Prozesses ist die Anwendung des Erlernten in der Praxis.

Von Unternehmen, Verbänden, den Medien und der Öffentlichkeit wird stets mit Recht eine hohe Qualität des Studiums an deutschen Hochschulen gefordert. Bezogen auf die heutigen Hochschulabsolventinnen und -absolventen stehen neben anwendungserprobten Fachkenntnissen und Problemlösungsdenken besonders die für das Berufsleben essentiellen Schlüsselqualifikationen sowie internationale Erfahrung im Fokus des Interesses. Die Praxisorientierung des Fachhochschulstudiums soll durch die Professorenschaft sowie durch Lehrbeauftragte mit langjähriger Praxiserfahrung, durch mindestens ein Praxissemester, durch Betriebsbesichtigungen und Exkursionen, durch projektorientierte Studienformen sowie durch eine enge Zusammenarbeit mit der Wirtschaft gewährleistet werden.

Ziel des heutigen Lehr-Lern-Prozesses ist – wie oben genannt – die sogenannte Anwendung des Erlernten in der Praxis bzw. der Transfer von Wissen in adäquates Handeln. Der Wissensbestand eines jeden Faches verändert sich rasch. Wer später auch im Berufsalltag bestehen will, braucht nicht nur Fachkenntnisse. Vielfältige soziale und methodische Kompetenzen werden allen abverlangt, die im Team arbeiten und in der Lage sein wollen, ihr Wissen ständig zu aktualisieren.

Dazu ist es unerlässlich, dass sich Lernziele nicht nur am jeweiligen Wissenskanon orientieren, sondern sich u. a. aus detaillierten Kompetenzprofilen der beruflichen Praxis ableiten. Dabei ist es entscheidend, zu sogenannten operationalisierten Lernzielen zu gelangen, d. h. entsprechende Lernziele durch einen Ausbildungsgang in Verhaltensänderungen der Lernenden zu übersetzen, die durch Tests o. ä. überprüfbar sind.

2. Anforderungsprofil

Eigenschaften und Fähigkeiten von (Fach)Hochschulabsolventen/-innen

In verschiedenen Unternehmensbefragungen über die Leistungen der Fachhochschulen, so z. B. bei Moczadlo, wurde deutlich, dass die Kombination des wissenschaftlichen Arbeitens mit der praxisbezogenen Ausbildung von der Wirtschaft außerordentlich geschätzt wird. Dennoch sahen damals die befragten Unternehmensvertreter auch bezüglich des Fachhochschulstudiums ernstzunehmende Defizite. Ein Großteil der Befragten äußerten diverse Kritikpunkte, die im Anschluss stichwortartig herausgearbeitet wurden:

  • Mangelnde Fähigkeit, in übergeordneten Zusammenhängen zu denken
  • Zu isolierte Beschäftigung mit Detailproblemen
  • Häufig nicht in der Lage, eigenständige Problemlösungen zu entwickeln
  • Mangelnde oder fehlende Schlüsselqualifikationen allgemein
  • Defizite hinsichtlich sozialer und kommunikativer Fähigkeiten
  • Mängel bei der Integration in die Arbeitsorganisation sowie im Führungsverhalten
  • Schwächen hinsichtlich der Konferenz- und Verhandlungstechniken

Mittlerweile liegen zahlreiche Stellungnahmen von Entscheidungsträgern in Unternehmen und Einrichtungen zu den Anforderungen der Berufspraxis an künftige Fachspezialisten und Führungskräfte vor. Die folgende Auflistung bezeichnet Eigenschaften und Fähigkeiten, die zusammengenommen ein Anforderungsprofil für (Fach)Hochschulabsolventen/-innen darstellt:

  • Fundiertes Fachwissen
  • Interdisziplinarität
  • Ganzheitliches Denken
  • Teamgeist und Teamwork
  • Kooperationsfähigkeit und -bereitschaft
  • Integrationsfähigkeit und -bereitschaft
  • Lehr- und Lernfähigkeit
  • Flexibilität und Mobilität
  • Kreativität und Ideenreichtum
  • Ausgeprägte Persönlichkeitsstruktur
  • Initiative und Engagement
  • Anpassungsfähigkeit
  • Positive Einstellung und Leistungsprinzip
  • Kontaktfähigkeit
  • Leistungswille
  • Einsatzbereitschaft
  • Belastbarkeit
  • Identifizierung mit gestellten Aufgaben
  • Identifikationsbereitschaft mit Unternehmen und Produkt
  • Weiterbildungsbereitschaft
  • Problemlösungsorientierung
  • Fachübergreifende und soziale Kompetenzen
  • Interkulturelle Kompetenz und Fremdsprachenkenntnisse
  • Kontinuität und Erfolgsnachweis
    (oder: Bereitschaft, für einen vorgegebenen Zeitrahmen gestellte Aufgaben durchzuführen und abzuschließen)

Stellen Sie sich bitte einmal folgende Fragen:
Wie kann ich das Studium für meine Studierenden so gestalten, dass die genannten Kritikpunkte tatsächlich der Vergangenheit angehören?
Welche der Aspekte des Anforderungsprofils für (Fach)Hochschulabsolventen/-innen werden innerhalb meiner Veranstaltungen direkt geschult und gefördert bzw. welche eher nicht? (Was könnte ich noch verbessern?)

3. Didaktische Passung

Passung von Lernziel, Prüfungsmodus und Lehrmethode (Constructive Alignment)

Wer nicht weiß, wohin er will, braucht sich nicht zu wundern, wenn er ganz woanders ankommt.
Adi Winteler

Lernzielableitung entsprechend des kognitiven Komplexitätsgrades (n. Bloom et al.)

KENNEN – Müssen nur rein auswendig gelernte Fakten zur Lösung der Aufgabe wiedergegeben werden?
VERSTEHEN – Muss Wissen auf andere Bereiche, Situationen oder Gegebenheiten übertragen werden?
ANWENDEN – Muss Wissen zur Lösung vorgegebener Aufgabenstellungen verwendet werden?
ANALYSIEREN – Wird eine Untersuchung des Sachverhalts nach vorgegebenen Kriterien erwartet?
SYNTHETISIEREN – Ist es möglich, mehr als ein Ergebnis für die Aufgabenstellung zu finden?
EVALUIEREN – Wird von den Studierenden die Bewertungab geleiteter oder vorgegebener Tatbestände verlangt?
KREIEREN – Sind schöpferische Prozesse bzw. daraus resultierend kreative/neuartige Lösungen wünschenswert?

Tipp: Eine auf Ihre praktische Lehrtätigkeit bzw. auf die zu vermittelnden Lerninhalte direkt anwendbare Lernzielmatrix – siehe dazu Arbeitshilfe 2.

Didaktische Passung in Kombination mit Kompetenzgrad und daraus resultierenden Lehrveranstaltungsform
Wenn Sie über Ziele, Prüfungsart und Lehrmethode entschieden haben, dann ist der Zeitpunkt gekommen, um zu überprüfen, ob dies alles auch zusammenpasst.

REPRODUKTION (Kennen) – Faktenfragen – Vorlesung
REORGANISATION (Verstehen) – Verständnisfragen – Übung, Seminar
TRANSFER (Anwenden) – Individuelle Lösung – Kooperatives Lernen
PROBLEMLÖSUNG (Beurteilen) – Projektbericht – Problemorientiertes Lernen

Arbeitshilfen

A1  Hilfe zur Lernzielermittlung  PDF | 207 KB
A2  Lernzielmatrix  PDF | 191 KB

Planungshilfe

“Praxislernen”  PDF | 184 KB

Checklisten

C1  Anforderungsprofil für Hochschulabsolventen/-innen  PDF | 191 KB
C2  Vorteile einer Lernzielorientierung  PDF | 195 KB

Zitatliste

Z  Lernziele und Anforderungen  PDF | 164 KB

Quellenangaben

Q  Lernziele & Anforderungen an Hochschulabsolventen/-innen  PDF | 174 KB

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