Visualisierung und Medien

 
 
Tafelanschrieb
 
 
 
Wie Sie vermeiden,
dass Ihr Anschrieb
zum chaotischen
"Kreide-Streichquartett"
verkommt!
 
 
Einsatzmöglichkeiten

Für bestimmte Lehrsituationen und Inhalte eignet sich die klassische Tafel nach wie vor ausgezeichnet:
 
  • Schrittweises Entwickeln von Sachverhalten (z.B. mathematische Ableitungen)  
  • Erklärungen und Erläuterungen (z.B. Fachtermini, Fremdwörter, Beispiele usw.)
  • Sammeln von Themen, Vorschlägen, Anmerkungen usw.
  • Gemeinsame Lösung von Problemstellungen (gerade in der Verarbeitungsphase einer Veranstaltung)
  • Zur Unterstützung eines Vortrags durch Notizen
  • Zur Visualisierung des Veranstaltungsablaufs
  • Zur Dokumentation von Erklärungen und Erläuterungen (z.B. Namen, Fremdwörter, Fachbegriffe, Zahlen, Beispiele, die während der Veranstaltung zu sehen sein sollten)
  • Zur Präsentation von Informationen geringer grafischer Komplexität und Detailschärfe, auf die zu einem späteren Zeitpunkt in ihrer Gesamtdarstellung zurückgegriffen werden muss (z.B. Skizzen, Versuchspläne, Ergebnisse, Schemata etc.)
  • Zur Entwicklung abstrakter Sachverhalte an der Tafel (wenn schrittweises Entwickeln als didaktisches Mittel eingesetzt wird)
  • Zur Entwicklung von Sachverhalten, die eine große Schreibfläche benötigen
  • Wenn Mitschreiben bzw. Mitzeichnen durch die Studierenden selbst zum Lernprozess gehört
  • Wenn die Korrektur des Angeschriebenen möglich sein soll

 
Verwendungstipps

Breite Tafeln in schmalere Bereiche unterteilen, die Anpassung an DIN A4 erleichtert die Mitschrift.
 
Konsequent in Leserichtung schreiben, auf Lesbarkeit achten, nicht zu klein schreiben.
 
Schriftbild, Grafiken und Skizzen entwickeln.
 
Das Schreibtempo so wählen, dass Studierende mitschreiben und mitdenken können.
 
Redundanz durch Symbole, Begriffe und Abkürzungen erzeugen.
 
Der Text sollte möglichst selbsterklärend, inhaltlich (nicht grammatikalisch) vollständig und konsequent sein, d.h. alles Wichtige anschreiben.
 
Farbige Kreide strukturiert einsetzen, die Benutzung von Farbe unterstützt den Lernprozess.
 
Auf den Kontrast der eingesetzten Farben zum Untergrund achten (nicht rot auf grün!).
 
Wort-Schrift-Synchronisation: koordiniertes Sehen, Hören und Mitschreiben prägt sich besser ein.
 
Während des Anschreibens Blick und Sprachkontakt aufnehmen, immer wieder den Schreibvorgang unterbrechen.
 
Nicht gleichzeitig ausführen: Tafelanschrieb und (mit dem Rücken) zum Auditorium sprechen.
 
Besser: Text zum Auditorium sprechen, zur Tafel wenden und Text schreiben, Text erneut zum Auditorium sprechen.

  
 
! Die Tafel als Teil des Lehr-Lern-Prozesses:

Die Tafel eignet sich besonders, wenn Mitschreiben und Mitzeichnen selbst zum Lernprozess gehören. Das setzt eine gründliche Vorbereitung und prägnante Umsetzung voraus.
Gerade bei komplexen Herleitungen sollten Sie den Tafelanschrieb immer wieder unterbrechen, aufkommende Fragen diskutieren und Praxisbezüge herstellen. Reduzieren Sie den Anschrieb auf das Wichtigste bedenken Sie aber, dass die meisten Studierenden nur das notieren, was auf Tafel oder Folie geschrieben wurde.
Unterstützen Sie die Studierenden durch Hinweise zur Mitschrift, z.B. wenn sie warten sollen, bis eine Zeichnung an der Tafel vollständig ist. Lassen Sie den Studierenden genügend Zeit, und verlieren Sie durch den Tafelanschrieb nicht den Kontakt zum Auditorium. 
Bereiten Sie Ihr Tafelbild in seinen Grundzügen gemeinsam mit der inhaltlichen Vorbereitung Ihrer Veranstaltung vor, soweit es sich um Input-Phasen von Ihrer Seite handelt.
Die gemeinsame Vervollständigung von Diagrammen, Schemata und Übersichten kann sehr gut Strukturelemente mit Elementen einer Aktivierung der Studierenden verbinden.
 
 
Quellen: Arnold, Rolf et al. 1999; Brinker, Tobina; Schumacher, Eva-Maria 2003; Crittin, Jean-Pierre 1994; Frank, Ulrike; Panarisi, Anne; Roos, Rainer; Voss, Hans-Peter 2001 sowie Hartmann, Susanne; Kurz, Matthias; Voss, Hans-Peter 1998.