Motivation

 
 
Motivationstipps für den Lehr-Lern-Prozess
 
  
Bitte stellen Sie sich selbst einmal die Frage:
 
Was kann ich und mein Fachbereich/Studiengang zu einer anregenden, modernen Lernatmosphäre beitragen?
 
 
In der neueren Wissenspsychologie und Lerntheorie wird von dem Lehrenden häufig als "Coach" gesprochen, eine durchaus zutreffende Terminologie, betrachtet man die Eigenschaften eines Trainers. In erster Linie muss er permanent motivieren, verstärken, anleiten und hinführen. Neben den Grundmotivationen spielen im Hochschulalltag viele einzelne Faktoren eine wichtige Rolle dabei, die Aufmerksamkeit zu erzeugen oder zu erhalten.  
Die folgenden Ideen und Vorschläge entstammen teilweise aus einem Workshop über „gute Lehre“, der unter Beteiligung von Studierenden des Fachbereichs Wirtschaftsinformatik an der Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft stattfand.
 
 
Interesse und Neugierde wecken
 
  • Angabe und Begründung von operativen, d.h. nachprüfbaren Lernzielen
  • Prüfungsanforderungen formulieren
  • Struktur- und Gliederungshilfen einsetzen
  • Roten Faden erkennbar aufzeigen
  • Lehr-Lern-Situation einordnen in den Kontext der Veranstaltung
  • Anschlussfähiges Wissen
  • Bezug zu anderen Veranstaltungen
  • Aktualität herstellen
  • Praxisbezug erzeugen
  • Verwendungssituationen, Transfer
  • Herausstellen der Bedeutung
  • Persönliche Erfahrungen und Episoden
  • Widersprüche, Paradoxien, Unerwartetes herausstellen
  • Verunsicherungen darstellen, Zweifel wecken
  • Gesellschaftliche Aspekte diskutieren
  • Problematisieren
  • Geeignete fremde Quellen zitieren
  • An Grundbedürfnisse anknüpfen, nicht "zimperlich" sein
  • Zukunftsaussichten beschreiben
  • Aktuelle Forschungsergebnisse einbeziehen
 
 
Aktivieren
 
  • Gute(!) Fragen stellen
  • Gruppen zur Beantwortung von Fragen bilden
  • Auch Holzwege gehen (lassen)
  • Zum Fragen ermuntern
  • Kleine Aufgaben und Übungen stellen
  • Muster, Modelle, Vorlagen etc. herumreichen
  • Partnerinterviews und Gruppenarbeit
  • Metaplan-Technik an der Pinnwand
  • "Lehrverantwortlichkeiten" verteilen
  • Für lernfördernde, entspannte Atmosphäre sorgen
  • Humor, Metaphern und Anekdoten
  • Zusammenfassungen anfertigen lassen
  • Anonyme Tests (Partnertests)
  • "Action" bei den Studierenden
 

Abwechslung schaffen und Interesse erhalten
 
  • Natürliche, direkte, lebhafte Sprache
  • Körpersprache gezielt einsetzen
  • Abwechslung in den Medien
  • Abwechslung in den Methoden
  • Zeit zum Überdenken lassen
  • Kleine Pausen einbauen
  • Aus dem "Nähkästchen plaudern"
  • Wenn es passt: "Gagfolien..."
 
 
Kommunikation ermöglichen
 
  • Produzieren Sie nichts "Stereotypes"
  • Blickkontakt mit allen
  • In den Raum gehen
  • Unterstützende Sitzordnungen
  • Feedback geben lassen
  • Metakommunikation
  • Jede Frage zulassen
 
 
Persönliches Verhalten
 
  • Eigenes Interesse an Inhalten zeigen
  • Interesse an der Wissensvermittlung
  • Lebendigkeit der Darstellung
  • Prüfungsbezug herstellen
  • Gut vorbereitet sein
  • Studierende kennen(!?) und auf sie eingehen
  • Zustand der Lernenden beachten
  • Selbstironie
  • Lernen hat eine affektive (gefühlsbetonte) Komponente
  • Neben- bzw. Rahmenbedingungen beachten
  • Freundliches Lehr-Lern-Klima
  • Angstfreiheit unter den Studierenden
  • Zeit haben bzw. sich Zeit nehmen
  • Anerkennung und Wertschätzung der Person

 
Lernumgebung
 
  • Entspannte Gruppenatmosphäre
  • Lernhilfen geben
  • Lernziele verdeutlichen
  • Erfolgskontrolle ermöglichen
  • Berechenbar sein
  • Kreativitätsfördernde, anregend-freundliche Umgebung
 
 
 
Quellen: Arnold, Rolf; Krämer-Stürzl, Antje; Siebert, Horst 1999; Böhme, Gert 1993/1994; Frank, Ulrike; Panarisi, Anne; Roos, Rainer; Voss, Hans-Peter 2001; Hartmann, Susanne; Kurz, Matthias; Voss, Hans-Peter 1998; Roos, Rainer; Voss, Hans-Peter u.a. 2003 sowie Studierende des Fachbereichs Wirtschaftsinformatik an der Fachhochschule Karlsruhe – Hochschule für Technik o.J.