Hochschul-Präsentation

 
 
Die rhetorische Gliederung
 
Was Sie bei Ihrer Vortrags-
vorbereitung aus Sicht der "Redekunst" beachten sollten, damit Ihre Rede ihre Wirkung nicht verfehlt!
 
 
Inventio

Erste Erfassung eines Themas – beispielsweise durch:
 
  • Brainstorming
  • Mindmapping
  • Materialsammlung
  • Karteikartensystems (ein Gedanke = eine Karte)
 
 
Dispositio
 
Die gefundenen Gedanken werden nun geordnet.
Die Rede wird gegliedert.
 
 
Elocutio
 
Hier geht es um die sprachliche Ausgestaltung des Materials – folgende rhetorische Tugenden sind zu beachten:
 
  • Latinitas = sprachliche Richtigkeit und Klarheit
  • Perspicuitas = gedankliche Deutlichkeit und Klarheit
  • Ornatus = passende "Ausschmückung" der Rede (Metaphern, Figuren)
  • Aptum = Angemessenheit 
 
Vor allem sollte das Publikum beachtet werden(!):

  • Mit wem spreche ich?
  • Welche Vorkenntnisse, Interessen, Erwartungen haben die Zuhörer?
  • Wie aufmerksam sind sie, das heißt: Wie lang sollte ich reden?

Die Vorbereitung der Präsentation:

  • Welche Visualisierungen? (z.B. Schaubilder, Tabellen etc.)
  • An welchen Stellen welches Medium? (z.B. Tafel, Folien, Flipchart, Pinnwand etc.)
  
 
Memoria
 
In diesem Bearbeitungsstadium geht es darum, sich folgendes einzuprägen: Die Gedanken und deren sprachliche Formulierung zusammen mit den während der Rede auszuführenden Handlungen...
 
  
Actio
 
Verwirklichung der Rede durch:
Pronuntiatio (Sprache) und Actio (Handlung)

 
 
Bedenken Sie bei Ihrem Lehrvortrag/Ihrer Rede bitte:

  • Ebenso wichtig wie die Rede ist der Redner bzw. die Rednerin!
  • Unterschiedliche Motivation, Interessenlage und Erwartungen der Teilnehmerrunde müssen im voraus sehr genau erwogen werden!
  • Der erste Eindruck einer Rede ist entscheidend, und der letzte bleibt!
  • Der Schluss der Rede soll die Initialzündung für Dialog, Diskussion oder gar Aufforderung zur Aktion sein!

Quellen: Brinker, Tobina; Schumacher, Eva-Maria 2003 sowie Kernler, Helmut 1993.