Fachdidaktik
Die Lehrenden müssen über die Auswahl, Reihenfolge und Darstellungsform der präsentierten Begriffe, Sachverhalte und Phänomene immer wieder neu entscheiden. Häufig ist es notwendig, durch einen längeren Prozess von Versuch und Irrtum schmerzhafte Umwege zur angemessenen Darstellung durchlaufen. Manche dieser Umwege könnten vermieden werden, wenn die Hochschullehrenden nicht darauf angewiesen wären, als fachdidaktische Autodidakten jeden solchen Suchprozess nach der optimalen Vermittlungsform selbst zu durchlaufen. Hier liegt eine wichtige Aufgabe der Hochschuldidaktik.
Begründung:
Im Bereich der Lehre für die Schulen gibt es wissenschaftlich ausgearbeitete und ständig in der Praxis auf die Probe gestellte Fachdidaktiken.
Bezogen
auf die Hochschulen für Angewandte Wissenschaften bzw. für deren Lehrveranstaltungen (eines im Prinzip
ständig an der neuesten Forschung und aktuellen Industriepraxis orientierten
Faches) kann es eine solche Disziplin im
eigentlichen Sinne nicht geben. Da sich jede/-r Hochschullehrende aber vor vergleichbaren Entscheidungen sieht, wie jeder Fachlehrer an einer Schule, benötigt er Unterstützung; diese allerdings nicht in Form einer Disziplin, sondern in Form eines moderierten Erfahrungsaustausches mit anderen Lehrenden, die vor den gleichen oder vergleichbaren Entscheidungen stehen (Einbettung in ein Netzwerk).
